Salat al-Janaza ist ein Gebet ohne Verbeugung und ohne Niederwerfung. Es wird im Stehen verrichtet und besteht im Kern aus Bittgebeten für den Verstorbenen. Die Gemeinde tritt damit ein letztes Mal für ihn ein.
Nach überwiegender Auffassung ist das Janaza-Gebet eine Gemeinschaftspflicht (Fard al-Kifaya): Verrichtet es ein Teil der Gemeinde, ist die Pflicht für alle erfüllt. Es ist damit weder eine private Angelegenheit der Familie noch ein Programmpunkt einer Trauerfeier, sondern eine Verantwortung, die die Gemeinschaft gemeinsam trägt.
إِنَّمَا يُوَفَّى ٱلصَّـٰبِرُونَ أَجْرَهُم بِغَيْرِ حِسَابٍ
Innamā yuwaffā ṣ-ṣābirūna ajrahum bi-ghayri ḥisāb
Den Geduldigen wird ihr Lohn in vollem Maß zukommen, ohne dass abgerechnet wird.
Grundsätzlich kann jeder Muslim teilnehmen. Zur Frage, ob und in welcher Form Frauen am Janaza-Gebet und am Gang zum Grab teilnehmen, bestehen zwischen den Rechtsschulen und Gemeinden unterschiedliche Auffassungen. Wir treffen dazu keine Entscheidung, sondern richten uns nach der Praxis Ihrer Gemeinde und dem Wunsch Ihrer Familie.
Diese Punkte übernehmen wir für Sie, sobald Sie uns beauftragt haben.
Das ist kein Problem. Wir stellen den Kontakt zu einer Moschee in Ihrer Nähe her und stimmen Ort und Zeit des Gebets ab.
Der Verstorbene wird vor dem Imam aufgebahrt, die Gemeinde stellt sich in Reihen dahinter auf. Bei einem verstorbenen Mann steht der Imam üblicherweise auf Höhe des Kopfes, bei einer verstorbenen Frau auf Höhe der Körpermitte. Die Details unterscheiden sich je nach Rechtsschule.
Mit dem Ruf „Allahu akbar“ beginnt das Gebet. Anschließend wird die erste Sure des Qur'an, al-Fatiha, gelesen.
Nach der zweiten Takbir wird der Segensgruß auf den Propheten Muhammad gesprochen, wie er auch im rituellen Pflichtgebet vorkommt.
Nun folgt das eigentliche Anliegen des Janaza-Gebets: das Bittgebet um Vergebung und Barmherzigkeit für den Verstorbenen und für alle Gläubigen.
Nach einer kurzen Pause oder einem weiteren Bittgebet wird das Gebet mit dem Friedensgruß beendet. Danach wird der Verstorbene zur Grabstätte gebracht.
يَـٰٓأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُوا۟ ٱسْتَعِينُوا۟ بِٱلصَّبْرِ وَٱلصَّلَوٰةِ ۚ إِنَّ ٱللَّهَ مَعَ ٱلصَّـٰبِرِينَ
Yā ayyuhā lladhīna āmanū istaʿīnū bi-ṣ-ṣabri wa-ṣ-ṣalāh, inna llāha maʿa ṣ-ṣābirīn
O ihr, die ihr glaubt, sucht Hilfe in der Geduld und im Gebet. Gewiss, Allah ist mit den Geduldigen.
Sinngemäße deutsche Übersetzung. Maßgeblich ist der arabische Originaltext.
Das Janaza-Gebet wird häufig in der Moschee verrichtet, oft im Anschluss an eines der Pflichtgebete, weil dann ohnehin viele Gemeindemitglieder anwesend sind. Ebenso möglich ist das Gebet auf dem Friedhof unmittelbar vor der Beisetzung – das verkürzt die Wege und ist gerade bei weiter entfernten Grabfeldern sinnvoll.
Bei einer Überführung ins Ausland wird das Janaza-Gebet in der Regel in Deutschland verrichtet, damit die hiesige Gemeinde Abschied nehmen kann. Im Zielland wird es üblicherweise vor der Beisetzung erneut verrichtet. Beides lässt sich ohne Weiteres organisieren.
Die hier beschriebenen Abläufe geben die verbreitete Praxis wieder. In Einzelheiten – etwa bei den gesprochenen Bittgebeten oder der Aufstellung – unterscheiden sich die Rechtsschulen. Verbindliche Auskunft zu religiösen Fragen erteilt der Imam Ihrer Gemeinde.
Ein Todesfall lässt sich nicht planen. Rufen Sie uns an – zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wir sagen Ihnen in Ruhe, was jetzt zu tun ist, und übernehmen alle weiteren Schritte.